Sind Ihre Daten LCA-ready?
Autor: Sönke Detjen | Lesedauer: ~ 10 min
Aus welchem Grund auch immer Sie eine Ökobilanz durchführen oder beauftragen: Alles steht und fällt mit den zugrundeliegenden Produkt- und Prozessdaten. Wir zeigen Ihnen, wie Sie sich und externen LCA-Dienstleistern die Arbeit erleichtern und dabei langfristig Kosten einsparen können. Mit unserer Checkliste am Ende dieses Artikels können Sie schnell und unkompliziert überprüfen, wie gut Ihre Datengrundlage ist und wo noch Handlungsbedarf besteht.
Ökobilanzen (Life Cycle Assessments, LCA) und Product Carbon Footprints (PCF) sind längst keine freiwilligen Instrumente mehr, die nur von Vorreitern der Nachhaltigkeitsbewegung eingesetzt werden. Für viele produzierende Unternehmen sind sie heute eine handfeste Marktvoraussetzung: Großkunden, insbesondere aus dem Automobil-, Elektronik- und Konsumgüterbereich, fordern sie als Bestandteil von Lieferantenqualifikationen. Gesetzliche Rahmenbedingungen wie die Anti-Greenwashing-Richtlinie EmpCo (mehr dazu HIER) oder die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) erhöhen den Druck weiter. Wer keine belastbaren Umweltdaten vorweisen kann, riskiert, aus Ausschreibungen herauszufallen oder Marktanteile zu verlieren.
Die meisten kleinen und mittleren Unternehmen lagern diese Berechnungen an spezialisierte externe Dienstleister aus. Dafür fallen natürlich Kosten an, die sich hauptsächlich aus dem Bearbeitungsaufwand ergeben. Doch hier ist die gute Nachricht: Sie haben die Möglichkeit, einen wesentlichen Kostenfaktor durch etwas Vorarbeit maßgeblich zu beeinflussen!
Warum die Datenqualität über den Projekterfolg entscheidet
LCA-Dienstleister wie CompriseTec arbeiten auf Stundenbasis. Je mehr Zeit wir damit verbringen müssen, fehlende Informationen nachzurecherchieren, unvollständige Stücklisten zu interpretieren oder Rückfragen zu klären, desto teurer wird das Projekt – und desto länger dauert es, bis ein verwertbares Ergebnis vorliegt.
Erfahrungsgemäß entfällt ein erheblicher Teil des Aufwands bei der Erstellung von Ökobilanzen auf das sogenannte „Mapping“. Um die Umweltauswirkungen eines Produkts zu berechnen, muss dieses mithilfe von Datensätzen aus Ökobilanz-Datenbanken „nachgebaut“ werden. Diese Datenbanken enthalten verifizierte Datensätze für unzählige Rohstoffe, Halbzeuge, Energieträger, Chemikalien, Metalle sowie für Transport- und Verarbeitungsprozesse. Die realen Produktdaten müssen also mit den Datensätzen aus der Datenbank „gematcht“ werden. Wie schnell das geht, hängt maßgeblich von der Lesbarkeit der bereitgestellten Stücklisten oder ERP-Auszüge ab.
Unternehmen, die strukturierte und vollständige Daten bereitstellen, reduzieren diesen Aufwand also drastisch. Das hat direkte Auswirkungen auf Projektkosten, Lieferzeit und die Qualität der Ergebnisse.
Darüber hinaus gilt: Wer seine Datenbasis einmal professionell aufbereitet hat, ist für alle künftigen Anforderungen gewappnet; sei es ein Update der Ökobilanz, ein neues Produktmodell oder veränderte gesetzliche Berichtspflichten. Die Investition in eine strukturierte Datenbasis ist also kein laufender Aufwand, sondern ein einmaliger strategischer Schritt mit langfristigem Nutzen.
Das Problem: Stückliste ist nicht gleich Stückliste
Das Herzstück jeder Ökobilanz eines physischen Produkts ist die Stückliste (Bill of Materials, BOM). Für eine LCA reicht es jedoch nicht aus, lediglich Teilenummern und Mengen aufzulisten. Das mag für interne Bedarfe genügen, eine LCA lässt sich so aber nicht erstellen. Unserer Erfahrung nach machen Rohstoffe und Energieverbräuche durch Verarbeitungsprozesse den Löwenanteil der Umweltauswirkungen in den meisten LCAs aus. Angaben dazu müssen also zwingend in den Daten enthalten sein.
Die Stückliste muss folglich um LCA-relevante Informationen ergänzt werden, die eine sogenannte Sachbilanz ermöglichen. Die Sachbilanz ist die systematische Erfassung aller Materialflüsse und Energieverbräuche über den Produktlebenszyklus.
Schauen Sie sich das folgende Beispiel an und urteilen Sie selbst, ob sich daraus die für eine LCA notwendigen Angaben ablesen lassen:
So bitte nicht: Diese Stückliste ist keineswegs für die Erstellung einer LCA geeignet.
Was fällt auf? Keine eindeutige Baugruppenhierarchie, keine Stückgewichte, unklare Werkstoffbezeichnungen - und das ist noch nicht einmal die Hälfte dessen, was an dieser BOM verbesserungswürdig ist.
Wie geht es also besser? Für jedes zugekaufte Teil oder jeden Rohstoff sollte die Stückliste mindestens die folgenden Angaben enthalten:
1. Material bzw. Rohstoff
Eine Angabe wie „Schraube M6" reicht nicht. Benötigt wird das genaue Material, also etwa „Stahl, 42CrMo4 oder „Polypropylen (PP), 100 % virgin". Je spezifischer die Materialangabe, desto präziser kann der LCA-Experte auf Datenbankwerte zurückgreifen. Generische Angaben wie „Kunststoff" oder „Metall" erzwingen Annahmen, die die Belastbarkeit der Ergebnisse mindern. Es macht eben einen wesentlichen Unterschied, ob ein Bauteil aus Polyamid oder aus Polyethylen mit Recyclinganteil besteht.
2. Gewicht
Das Gewicht des Bauteils oder Rohstoffs in Gramm oder Kilogramm ist eine der zentralen Größen für die Berechnung von Umweltwirkungen. Idealerweise wird das Nettogewicht (verbautes Material) angegeben. Bonuspunkte gibt es für Angabe des Bruttogewichts (also dem Materialinput vor einem Verarbeitungsschritt) oder zumindest eine Angabe zur Ausschussquote bei der Verarbeitung.
3. Stückzahl pro Produkt
Diese Angabe ist in der Regel ohnehin Bestandteil einer sauberen Stückliste. Ohne sie ist die Angabe zum Bauteilgewicht sinnlos.
4. Herkunftsort des Lieferanten
Nehmen wir an, Sie bekommen ein Spritzgussteil von einem Lieferanten. Dieser verarbeitet also Material auf einer seiner Maschinen. Die Spritzgussmaschine benötigt dafür Strom. Für die Umweltauswirkungen macht es einen enormen Unterschied, ob dieser Lieferant in Polen (hoher Anteil fossiler Energieträger) oder in Norwegen (hoher Anteil erneuerbarer Energieträger) seinen Fertigungsstandort hat. Daher ist die Angabe des Lieferantenstandorts essentiell für die präzise Berechnung der Umweltauswirkungen.
In einer idealen Welt müsste man jetzt noch nachvollziehen können, aus welchem Land der Lieferant seine Rohstoffe bezieht und ob er ggf. selber einen erneuerbaren Energiemix nutzt. Genau genommen müsste man die gesamte Lieferkette VOR dem Lieferanten nachverfolgen und jeden einzelnen Prozessschritt länderspezifisch im LCA-Modell anpassen. In der Praxis ist das natürlich kaum umsetzbar. Zukünftig kann sich das aber ändern, denn durch Initiativen wie den digitalen Produktpass soll ja genau dies ermöglicht werden.
Stand Jetzt beschränken wir uns darauf, den Prozess bei Ihrem Lieferanten bestmöglich nachzubilden und nutzen für alle davor befindlichen Prozesse Durchschnittswerte aus den LCA-Datenbanken.
5. Transportmittel und Transportweg
In der Praxis macht die Lieferkette vom Lieferanten zu Ihrem Standort meist einen kleinen Teil der Emissionen aus (Ausnahme: Luftfracht). Dennoch gehört zu einer vollständigen LCA die Betrachtung der Logistik. Die Angabe des Transportmittels (Lkw, Schiff, Frachtflugzeug, Bahn) sowie eine Abschätzung der Entfernung ermöglicht die Berechnung der transportbedingten Emissionen.
Achtung bei Unterbaugruppen und mehrstufigen Lieferketten
Nicht alle Zukaufteile sind einfache Einzelteile. Viele produzierende Unternehmen beziehen Unterbaugruppen von Lieferanten – also bereits montierte Komponenten, die ihrerseits aus mehreren verarbeiteten Materialien oder sogar weiteren Unterbaugruppen bestehen. Hier wird die Datenaufbereitung anspruchsvoller, aber auch wichtiger. Vor allem bei Zukaufbaugruppen mit elektronischen Komponenten ist eine genaue Betrachtung zwingend erforderlich: Verbaute Mikroprozessoren oder Komponenten mit einem (wenn auch sehr kleinen) Edelmetallgehalt können extrem hohe Umweltauswirkungen mit sich führen. Deshalb ist in diesem Fall Genauigkeit gefragt!
Für Unterbaugruppen sind zwei Szenarien zu unterscheiden:
Szenario A: Der Lieferant kann Umweltdaten bereitstellen. In diesem Fall sollte der Lieferant idealerweise einen PCF-Wert (in kg CO₂-Äquivalent) oder eine eigene Ökobilanz nach anerkannter Norm liefern. Dieses Szenario ist noch die Ausnahme, wird aber durch gesetzliche Anforderungen zunehmend zur Regel. Ein möglicher Stolperstein kann allerdings darin bestehen, dass die Berechnungsgrundlage für bspw. den PCF-Wert unklar ist.
Szenario B: Keine Umweltdaten vom Lieferanten verfügbar. Dies ist der Regelfall. Hier sollten Sie Ihre Lieferanten in die Pflicht nehmen und Stücklisten für die Unterbaugruppe anfordern. Das ist natürlich mit erheblichem Aufwand verbunden, lässt sich aber für eine aussagekräftige LCA nicht vermeiden. Im Idealfall wird die Stückliste durch technische Zeichnungen ergänzt, damit der LCA-Ersteller den Aufbau bestmöglich nachvollziehen kann.
Unsere Empfehlung: Identifizieren Sie frühzeitig, welche Ihrer Zukaufteile Unterbaugruppen sind und erfassen Sie deren Zusammensetzung so detailliert wie möglich. Lieferantengespräche, technische Datenblätter oder Einkaufsunterlagen sind hier hilfreiche Quellen.
Unklare Hierarchien bremsen die LCA aus
Eine der häufigsten Schwachstellen in übermittelten Datensätzen ist das Fehlen einer klaren Baugruppenhierarchie. Für die LCA-Modellierung muss das Produkt als Baumstruktur abgebildet werden: Das Endprodukt steht an der Wurzel, darunter folgen Baugruppen, Unterbaugruppen und schließlich Einzelteile. Eine klar verständliche Produktstruktur macht deutlich, auf welcher Ebene Zukaufteile in das Produkt eingehen und an welchem Ort bzw. bei welchem Zulieferer diese verbaut werden.
In der Praxis empfiehlt sich eine tabellarische Stückliste mit einer Einrückungsstruktur oder expliziten Ebenen-Angaben (z. B. Ebene 0 = Endprodukt, Ebene 1 = Hauptbaugruppen, Ebene 2 = Unterbaugruppen, Ebene 3 = Einzelteile usw.). Gängige ERP-Systeme wie SAP oder Microsoft Dynamics können solche Strukturen in der Regel exportieren.
Wie sieht eine LCA-taugliche Stückliste also aus? Zum Beispiel so, wie hier gezeigt:
Wenn Ihre BOM so aussieht, sind Ihre Daten LCA-ready. Klare Struktur, eindeutige Baugruppenhierarchie, alle relevanten Informationen enthalten inklusive Verweis auf weiterführende Dokumentation!
Der Unterschied zum Negativbeispiel könnte kaum größer sein. Aus dieser Stückliste könnten wir ohne weiteren Aufwand die nötigen Daten ablesen und in unserer LCA-Software in ein Modell überführen.
Eigene Fertigungsprozesse dokumentieren
Neben den Zukaufteilen umfasst eine vollständige Ökobilanz auch die eigenen Fertigungsprozesse des Unternehmens. Zwingend notwendig sind mindestens diese Angaben:
Energieverbrauch (Strom, Gas, Druckluft) je Fertigungsschritt oder Maschine
Angabe zum eigenen Strommix. Wird selber Strom produziert? Beziehen Sie einen nachhaltigen Energiemix?
Hilfsstoffe und Betriebsmittel (Kühlschmierstoffe, Reinigungsmittel, Verpackungsmaterialien)
Produktionsabfälle und Ausschuss (Art, Menge, Entsorgungsweg)
Wasserverbrauch, sofern prozessrelevant
Uns ist bewusst, das häufig derartige Daten noch nicht präzise gemessen werden können. Nicht jeder Produzent hat topmoderne Maschinen, bei denen sich jeder noch so kleine Prozessparameter in Echtzeit auslesen oder über eine Fertigungscharge tracken lässt.
Für KMU, die noch keine detaillierte Energiemessung je Prozessschritt durchführen, ist es ein pragmatischer Einstieg, den Gesamtenergieverbrauch des Werkes zu erfassen und auf die produzierten Einheiten zu verteilen. Ein LCA-Experte kann mit einer solchen Top-down-Schätzung arbeiten – sollte aber wissen, dass es sich um eine Näherung handelt. Wie es auch gehen kann, zeigt unsere Case-Study aus dem Projekt FoamLite.
Vorlagen erleichtern das Datenmanagement
Natürlich verfügt nicht jedes KMU über ein vollintegriertes Datenmanagementsystem, aus dem sich die nötigen Daten mit ein paar Mausklicks exportieren lassen. Vielerorts wird auch heute noch in großen Teilen mit Excel-Listen gearbeitet. Aber auch hier lassen sich Prozesse beschleunigen.
Der effektivste Weg, Daten konsistent und vollständig zu erfassen, ist die Einführung einer standardisierten Datenvorlage für LCA-relevante Produktinformationen. Diese Vorlage sollte:
alle Pflichtfelder gemäß den oben genannten Mindestanforderungen enthalten,
für alle Produktlinien einheitlich verwendet werden,
im Rahmen des Produktentstehungsprozesses oder der Lieferantenqualifikation befüllt werden,
versioniert und mit dem Produktlebenszyklus verknüpft sein.
Wir stellen für unsere Kunden einen solchen Datenerfassungsbogen als Excel-Dokument schon während der Angebotsphase bereit. Dort können übersichtlich alle relevanten Informationen eingetragen werden. Das Dokument kann beliebig erweitert werden, um weitere wichtige Daten zu berücksichtigen.
Einmaliger Aufwand als strategische Investition
Eines sei nochmals betont: Die Strukturierung Ihrer Produkt- und Prozessdaten für Ökobilanzzwecke ist kein Dauerprojekt und auch kein Selbstzweck, sondern ein einmaliger Kraftakt mit dauerhafter Wirkung. Wenn Sie jetzt schon damit konfrontiert sind, LCA-Daten zu Ihren Produkten liefern zu müssen, dann stehen die Chancen gut, dass dies in Zukunft häufiger vorkommen wird. Haben Sie diese Grundlage einmal geschaffen, profitieren Sie mehrfach:
Schnellere und günstigere LCA-Projekte: Externe Dienstleister können effizienter arbeiten und benötigen weniger Rückfragen.
Höhere Ergebnisqualität: Präzisere Eingangsdaten führen zu belastbareren Berechnungsergebnissen.
Wiederverwendbarkeit: Bei Produktupdates müssen nur die veränderten Teile aktualisiert werden, nicht der gesamte Datensatz.
Compliance-Bereitschaft: Neue gesetzliche oder kundenspezifische Anforderungen können schnell bedient werden, ohne jedes Mal von vorne zu beginnen.
Lieferantenentwicklung: Ein strukturierter Datenprozess gibt auch dem Einkauf wertvolle Impulse, umweltrelevante Informationen in die Lieferantenbeziehungen zu integrieren.
Fazit
Immer mehr kleinere und mittlere Unternehmen bekommen Anfragen zu den Umweltwirkungen ihrer Produkte. Gleichzeitig ist die eigene Produktdatenstruktur oft noch nicht darauf ausgelegt, schnell und unkompliziert Daten für Ökobilanzen bereitzustellen. Warum auch? Bisher war der entscheidende Faktor ja “nur” ein reibungsloses internes Prozessmanagement. Die ersten Berührungspunkte mit Ökobilanzen können deshalb zunächst überfordernd wirken.
Für KMU, die diese Berechnungen an externe Spezialisten auslagern, liegt der entscheidende Hebel deshalb nicht im Fachwissen über LCA-Methodik, sondern in der Qualität und Struktur der eigenen Produktdaten.
Wer die Mindestanforderungen kennt – Materialangaben, Gewichte, Stückzahlen, Lieferantenstandorte, Transportmittel und klare Bauteilhierarchien – und diese einmal systematisch erfasst, schafft die Grundlage für effiziente, belastbare und kostengünstige Umweltbewertungen. Die Einführung einer standardisierten Datenvorlage und die konsequente Anwendung im Produktentstehungsprozess sind der erste und wichtigste Schritt auf diesem Weg.
Die Unternehmen, die jetzt handeln, werden morgen nicht nur compliant sein – sie werden auch schneller, günstiger und glaubwürdiger auf Marktanforderungen reagieren können als ihre Wettbewerber.
Checkliste: Sind Ihre Daten „LCA-ready"?
Mit der folgenden Checkliste können Sie in wenigen Minuten einschätzen, wie gut Ihr Unternehmen auf eine Ökobilanz-Beauftragung vorbereitet ist. Haken Sie einfach jeden Punkt ab, den Sie heute bereits erfüllen. Offene Punkte sollten vor der Beauftragung einer LCA nachgebessert werden.
A – Stückliste und Materialien
Für jedes Endprodukt liegt eine vollständige Stückliste vor (alle Zukaufteile und Rohstoffe sind erfasst).
Jedes Teil enthält eine präzise Materialangabe mit Normbezeichnung oder Werkstoffkurzzeichen (z. B. „PA66, GF30", “Stahl 1.2312” oder ähnliche).
Für jedes Teil ist das Nettogewicht in Gramm oder Kilogramm dokumentiert (Quelle: CAD, Datenblatt oder Wägung).
Die Stückzahl pro Endprodukt ist für jede Position eindeutig angegeben.
B – Lieferanten und Transport
Für jedes Zukaufteil ist der Produktionsstandort des Lieferanten bekannt (Stadt und Land – nicht nur der Firmensitz).
Das Haupttransportmittel vom Lieferanten zum eigenen Werk ist bekannt (Lkw, Bahn, Seefracht, Luftfracht).
Eine Abschätzung der Transportentfernung in Kilometern ist vorhanden oder kann ohne großen Aufwand ermittelt werden.
C – Produktstruktur und Unterbaugruppen
Die Stückliste bildet eine klare Hierarchie ab: Endprodukt → Baugruppen → Unterbaugruppen → Einzelteile.
Für zugekaufte Unterbaugruppen liegen entweder bereits LCA-Daten seitens des Zulieferers vor, oder Sie verfügen über Stücklisten, technische Zeichnungen oder ähnliche aussagekräftige Dokumente
D – Eigene Fertigung
Der Energieverbrauch des Werkes (Strom, Gas) ist für einen repräsentativen Zeitraum bekannt und kann auf produzierte Einheiten umgerechnet werden.
Noch besser: An der für die Fertigung genutzten Maschine kann der Energieverbrauch pro produzierter Einheit erfasst werden.
Relevante Hilfsstoffe (Kühlschmiermittel, Reinigungsmittel) und deren Mengen sind dokumentiert.
Produktionsabfälle und Ausschussraten sind bekannt, inklusive Entsorgungsweg (Recycling, Deponie, thermische Verwertung).
E – Datenpflege und Prozess
Die LCA-relevanten Daten sind in einem einheitlichen Format abgelegt (z. B. strukturierte Stücklistenvorlage), nicht über verschiedene Systeme und Dateien verteilt.
Es gibt eine verantwortliche Person im Unternehmen, die bei Rückfragen des LCA-Dienstleisters Auskunft geben kann.
Die Datenbasis wird bei Produktänderungen aktualisiert und versioniert.
Übrigens: In unserer kostenlosen Erstberatung können wir gerne gemeinsam mit Ihnen einen schnellen Check Ihrer Datenbasis durchführen, sodass Sie wissen, wo Verbesserungspotenzial besteht. Schreiben Sie uns einfach unter lca@comprisetec.de an und wir vereinbaren schnellstmöglich einen Termin mit Ihnen!